Donnerstag, 6. Februar 2014

Berlinale Tagebuch 2014

Fazit

Die Messen sind gesungen. Keinen der "Bären haben wir bei "unserem" 25. Berlinale-Jahrgang gesehen, aber zumindest den "Panorama-Publikumspreis", den äthiopischen Film "Difret" - sicherlich einer der besten Filme der diesjährigen Berlinale. Es war kein schlechter Jahrgang - was immer subjektiv ist, weil 20 Filme gesehen zu haben, heißt, ungefähr 380 nicht gesehen zu haben. What ever. Es gibt auf der Berlinale immer - und diesmal auch im Wettbewerb - äußerst sehenswerte Filme. Das reicht dem Feuilleton nicht, - und natürlich vor allem nicht der Leuchtturm des kleinbürgerlichen West-Berliner Journalismus des Tagesspiegel. Dabei hat Herr Schulz-Ojala diesmal nicht den Artikel aus dem letzten Jahr reaktiviert (wie sonst üblich), sondern er hat ein neues Motiv: Nicht allein dem Festival in Cannes wird Berlin nicht das Wasser reichen können, auch "Toronto" nicht. Die brauchen keinen Wettbewerb, weil sie ja schon die amerikanischen Highlights herauspicken können. Bei soviel Selbstbewusstsein fällt einem ja nun auch nichts mehr ein. 

Auf derlei können wir aber in Berlin gerne auch in Zukunft verzichten, auf den Tagesspiegel sowieso. Daher: Auf zum 65. der Berlinale!



So. 16.2. "Macondo"

Der letzte Film  für diese Berlinale am "Publikumstag" . Eine Geschichte über die Schwierigkeiten politischer Flüchtlinge in Wien am Beispiel einer tschetschenischen Familie. Der Vater ist tot, man weiß nicht genau wie, aber offensichtlich als einer, der gegen die russische Besatzung gekämpft hat. Kein spektakulärer Film, aber: Sehenswert.

Wettbewerb
Österreich 2013, Deutsch, Tschetschenisch
R.: Sudabeh Mortezai
D.: Ramasan Minkailov, Aslan Elbiev, Kheda Gazieva


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20143697.pdf



So, 16.2. "Sto spiti"


Dieser Film ist eine Griechisch-deutsche Koproduktion - oder  umgekehrt. Vielleicht so eine kleine Wiedergutmachung: "Wie sind doch gar nicht so" ... Und der Koproduzent ist das "kleine Fernsehspiel des ZDF". Das hätte man vorher sehehn müssen, dann wäre man gar icht auf den Gedanken gekommen, diesen Film anzusehen. Dabei wäre da Thema: Hausmädchen ("Freundin", Ersatzmutter, "Mädchen für alles") in einer begüterten Familie ja in Krisenzeiten nicht ohne. Im Kino gab es durchaus Fans, deswegen Rückzug auf die Aussage: Hat micht nicht interessiert, keine Minute. Zwiespältig.

Forum
Griechenland / Deutschland 2014
Griechisch, Georgisch
R.: Athanasios Karanikolas
D.: Maria Kallimani, Marisha Triantafyllidou, Alexandros Logothetis, Zoi Asimaki, Giannis Tsortekis


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20143250.pdf


So, 16.2. "Al doilea joc"

Unglaublich. Der Sohn des Schiedrichters Adrian Porumboiu schaut sich mit seinem Vater ein Spiel zwischen Steaua und Dynamo Bukarest aus dem Jahr 1988 an. Ein Jahr vor dem Fall des Ceaușescu-Regimes. Und weil das Spiel im Dezember stattfindet, schneit es. Immer mehr. Es läuft das Spiel, man sieht nichts anderes, aber man hört, wie sich Vater und Sohn unterhalten. Kino-Minimalismus für Unerschrockene. Gerade noch: Annehmbar.

Forum
Rumänien 2014
R.: Corneliu Porumboiu


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20144303.pdf


So, 16.2. "Schweden 2013, 80 Min


Das Thema wäre spannend. Die schwedische Stadt Kiruna ist durch des Erzabbau gefährdet und es ist inzwischen beschlossene Sache, dass ein Teil der Stadt - und zwar erhebliche Teile des Zentrums - umgesiedelt werden. Das ist aber nicht, was der Film uns sagen will. Hier geht es darum, dass alles vergänglich ist - und so. 

Es handelt sich um einen Film für Jugendliche - die waren aber zurecht nicht im (wunderschönen) Zoo-Palast, sie hätten wahrscheinlich auch große Mühe gehabt, die Handlungsfäden - falls es die gibt - zusammen zu  halten. Oder ist es ein Altersproblem, das nicht (mehr) zu verstehen? Der Film lohnt aber denn doch - wegen der tollen Bilder aus Lappland und wegen einiger hübscher Szenen. Annehmbar.

Generation
Schweden 2013
R.: Sofia Norlin
D.: Sebastian Hiort af Ornäs, Lina Leandersson, Alfred Juntti, Ella Nordin" 


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20141248.pdf



Sa, 15.2. "Papilio Buddha"

Die Programmankündigung war eher irreführend. Denn dieser Film handelt weniger um die Geschichte zweier schwuler Freunde, sondern vielmehr um den Kampf der Dalits der "Unberührbaren" um ihre Rechte. Je weiter die Handlung geht, umso verzweifelter erscheint die Lage der Menschen. Ein sehr politischer Film, der zeigt, wie wenig bekannt die gesellschaftliche Situation in der "größten Demokratie der Welt" bis heute ist. Leider waren es zu wenige Zusschauerinnen und Zuschauer, die den Film sahen und auch die sehr interessanten Erläuterungen von Regisseur Jayan Cherian mitbekommen konnten. Sehenswert.

Indien / USA 2013, Malayalam
R.: Jayan Cherian
D.: Kallen Pokkudan, Saritha Sunil, Sreekumar SP, David Briggs


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20141367.pdf


Sa, 15.2. "In Grazia di Dio"

Die Eurokrise führt zur Schließung einer kleinen Textilfirma in Süditalien. Der Film zeigt die Geschichte einer Familie und die unterschiedlichen Rektionen und Konsequenzen. Die Krise ist schlimm, aber der drohende Zerfall der Familie verschärft die Situation. Sehr schöner, sehr italienischer Film mit guten SchauspielerInnen. Sehenswert.

Panorama
Italien 2014
R.:Edoardo Winspeare
D.: Celeste Casciaro,  Laura Licchetta,  Barbara De Matteis,  Anna Boccadamo,  Gustavo Caputo


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20143354.pdf


Fr, 14.2. " Wu Ren Gu"

Als der Rechtsanwalt Pan Xiao so gut wie erledigt ist, kommt die Wende: Er besteigt ein Pferd, nimmt das GPS in die Hand und reitet wie der Teufel durch die Wüste. Die chinesische Produktion "No Man's Land" ist ein völlig absurder Film. Er spielt an der Kreuzung zwischen Western, Road-Movie und Aktion-Film.  Gut gemacht. Sehenswert.

Wettbewerb
Volksrepublik China 2013, Mandarin
R.:Ning Hao
D.: Xu Zheng,  Yu Nan,  Huang Bo,  Dou Bujie


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20147226.pdf


Do, 13.2. "Difret"

Ein außergewöhlicher und spannender Film aus Äthiopien, der auf einem wahren Fall aus dem Jahr 1998 beruht. Eine 14jährige wird entführt und erschießt ihren Vergewaltiger, der sie zur Heirat zwingen will. Sie muss als Konsequenz mit der Todesstrafe oder der Rache eines Teils ihres Stammes rechnen. Als sie den Schutz und die Hilfe einer Rechtsanwältin erhält, gerät diese aber selbst immer stärker in Schwierigkeiten. Im Kino International waren nach der Aufführung nicht nur die Schauspielerin anwesend, die die Rechtsanwältin spielt,  sondern auch die wirkliche Anwältin Meaza Ashenafi, die bis heute eine wichtige Rolle in einem Netzwerk für die rechtlichen Hilfe von Mädchen spielt. Die eigentliche Hauptperson  des Films, das Mädchen Hirut lebt noch, kann aber bis heute nicht offen leben, geschweige denn in ihre Heimat zurückkehren. Herausragend.

Panorama
Äthiopien 2013, Amharisch
R.: Zeresenay Berhane Mehari
D.: Meron Getnet,  Tizita Hagere


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20143025.pdf


Mi, 12.2. "César Chávez"

Ein Film über die Geschichte des Gewerkschafters César Chávez, der in den 60er und 70er Jahren den Kampf um die Organisation kalifonischer Landarbeiter führt. Der Fillm beruht auf vielen historischen Tatsachen, die auch immer wieder in dokumentarischen Einblendungen gezeigt werden. Dabei geht es von John F. Kennedy über Robert Kennedy, der im Film durch einen etwas zu alt und faltig geratenen Schauspieler dargestellt wird - aber in dem Film sehr gut weg kommt - bis hin zu Nixon und Regan. Trotz des Themas ein sehr "amerikanischer" Film, der auf die Heroisierung des Hauptdarstellers nicht verzichten will. Nach dem Film erscheint mit der Crew auch eine Gewerkschaftsführerin, die das Publikum im Friedrichstadt Palast zu einem donnernden "César Chávez - Viva!" animiert. Durchaus: Sehenswert.

Berlinale Special
USA 2013, Englisch, Spanisch
R.: Diego Luna
D.: Michael Peña,  America Ferrera, Rosario Dawson, John Malkovich, Jacob Vargas, Wes Bentley


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20140002.pdf



Di, 11.2. "Dans la cour"

Trotz aller Globalisierung halten sich erstaunlicherweise bis heute bestimmte nationale Film-Besonderheiten und Eigenständigkeiten. Was zum Beispiel den französischen Film betrifft, so ist er immer für extreme Absurditäten gut. Dieser Film mit großartiger Besetzung macht aus einer Pariser Hinterhof-Geschichte ein köstliches Kultur-Kleinod, das sich der sonstigen "realen" Welt schlicht und einfach zu entziehen scheint. Den Hauptanteil hieran hat der Verlegenheits-Hausmeister Antoine, hinreißend gespielt von Gustave Kervern. Sehenswert.  

Berlinale Special
Frankreich 2013
R.: Pierre Salvadori
D.: Catherine Deneuve, Gustave Kervern, Feodor Atkine, Pio Marmaï, Michèle Moretti,  Nicolas Bouchaud


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20147754.pdf




Mo, 10.2. "Lauf Junge, lauf"

Nein, kein Berlinale-Film - und man fragt sich, warum? Denn der hätte einen "Bären" verdient. Gezeigt wurde er beim inzwischen renommierten Berlinale Filmabend" der SPD im Willy-Brandt-Haus. Es ist die Geschichte eines jüdischen Jungen, dem es gelingt, aus dem Warschauer Ghetto zu fliehen. Es ist eine ergreifende Geschichte - und es ist erstaunlich, dass der deutsche Filmemacher Pepe Danquart mit der Regie für diesen Film beauftragt wurde. Es ist ein Film, in dem die Hoffnung auf eine Rettung nicht stirbt. Herausragend.

Frankreich, Deutschland, Polen
R,: Pepe Dankquart
D.: Andy Tkacz, Jeanette Hain, Rainer Bock


http://www.spd.de/spd-webapp/servlet/elementblob/15877466/content


So, 9.2. "The Turning"

Vielleicht liegt es ja daran, dass man nicht immer alles versteht. Da die Sprache der Berlinale Englisch ist, wird alles, was damit zu tun hat, nicht untertitelt. Auch zum Beispiel Filme aus Australien. Das wird besonders schwierig, wenn dabei auch noch Literatur in Szene gesetzt wird - und zwar drei Stunden lang in insgesamt 18 Kurzfilmen von dem bei uns unbekannten, aber in seiner Heimat berühmten Autor Tim Winton. Aus diesem Grund ist eine Kritik schwierig. Festgestellt wurde aber, dass es sich meistens um Geschichten am Meer und häufig zu Weihnachten handelt, und dass die Menschen meistens rauchen (was sie übrigens in der Filmwelt unberührt von allen Entwicklungen bis heute weitgehend tun). Eine herausragende Ästhetik war allerdings auch nicht festzustellen. Bedauerlicherweise wanderte dann auch ein beträchtlicher Teil des Publikums frühzeitig ab.

Australien 2013
R. :M. Walsh, W. Thornton, J. Clerc, R. Connolly, A. Lucas, R. Graham, A. Page, T. Ayres, C. McCarthy, S. Page, S. Gladwell, M. Wasikowska, S. Stone, D. Wenham, J. auf der Heide, J. Kurzel, Y. Lifschitz, I. Meadows
D.: Dougie Baldwin, Wayne Blair, Cate Blanchett, Jakory Blanco, Jarli-Russell Blanco, Rose Byrne, Dean Daley-Jones, Casey Douglas, Harrison Gilbertson, Josh McConville, Kate Mulvany, Matt Nable, Robin Nevyn, Miranda Otto, Joseph Pedley, Susie Porter, Richard Roxburgh, Matthew Shanley, Libby Tanner, Meyne Wyatt, Dan Wyllie, Hugo Weaving


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20146964.pdf


So, 9.2. "Al Midan"

Ehrlich gesagt, ich hatte diesen Film gar nicht auf meinem Zettel. Schon wieder ein Film über den Tahis-Platz, gibt doch schon genug! War aber eine falsche Einschätzung. Allein die Kamera, die Bilder waren es wert. Doch es war auch die Art und Weise, die gesamte Entwicklung in Ägypten über einen längeren Zeitraum zu verfolgen, die Veränderungen zu registrieren - und dabei eine Entwicklung zu zeigen - mit völlig unterschiedlichen Menschen, die ihre Einstellung, ihre persönliche Geschichte erzählen und dennoch als Teil des Gesamten erscheinen. Herausragend.

USA / Ägypten 2013
Arabisch, Englisch
R: Jehane Noujaim


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20148110.pdf



So, 9.2. "Patardzlebi"

Das ist ein georgischer Film. Und es ist wieder einmal ein sehr guter georgischer Film. Es geht um eine Frau, deren Mann im Gefängnis sitzt - und noch weitere 6 Jahre sitzen muss. Diese sogenannte "Rahmenhandlung" ist allerdings der Ausgangspunkt für ein sehr subtiles
Gesellschaftsbild einer schwierigen sozialen Realität. Ob sich ein Verleih in Deutschland traut? Sehenswert. 

Georgien / Frankreich 2014
R.: Tinatin Kajrishvili
D.: Mari Kitia, Giorgi Maskharshvili


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20143176.pdf


So, 9.2. "Loulou, l'incroyable secret"

Der Wolf liegt in einem Ruderboot und träumt vor sich hin, das Kaninschen liegt daneben. Die vollkommene Idylle. So geht die Geschichte los. Aber natürlich wird alles dramatisch - und Tiere gehen nicht immer nett miteinander um. Wer Zeichentrickfilme liebt, muss den gesehen haben. Sehenswert.

Frankreich 2013
Empfohlen ab 7 Jahren
R.: Grégoire Solotareff, Éric Omond


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20142535.pdf


Sa, 8.2. "Asabani Nistam!"

Kein Romeo und Julia, eher die griechische Tragödie um einen, der sich gegen das Schicksal - oder besser: die herrschende Moral und die sozialen Rangordnungen im Iran auflehnt. Interessante Dialoge, gewöhnungsbedürftige Schnitteffekte, insgesamt ein sehr interessanter Film. Sehenswert.

Panorama
Iran 2014, Farsi
R.: Reza Dormishian
D.: Baran Kosari,  Navid Mohammadzadeh,  Reza Behboudi,  Misagh Zare,  Bahram Afshari


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20148208.pdf





Sa, 8.2. "Jack"

Auf diesen Film war ich gespannt, kam eer doch in der Vorberichterstattung gut weg. Hörte sich interessant an: zwei Kinder suchen in Berlin ihre Mutter, eine die immer auf Trebe ist, aber sich nicht um ihren Nachwuchs kümmert. Die Kids waren dann auch das Beste in diesem Film, dessen Handlung aber bis zum Schluss wenig schlüssig war - und der Schluss nun, etwas überraschend, aber nicht so wirklich glaubwürdig. Annehmbar.

Wettbewerb
Deutschland 2014
R.: Edward Berger
D.: Ivo Pietzcker,  Georg Arms,  Luise Heyer,  Vincent Redetzki,  Jakob Matschenz,  Nele Mueller-Stöfen


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20142060.pdf


Sa, 8.2. " '71 "

Was ist das für ein Krieg, der in diesem Kriegsfilm gezeigt wird? '71 ist ein schockierender und schonungsloser Film über die Sinnlosigkeit "neuer" kriegerischer Auseinandersetzungen, zwischen Bürgerkrieg, (Stadt-)Guerilla und Armeeinsätzen. Es ist ein "totaler Krieg, es wird nicht zwischen Militär und Ziviler Gesellschaft unterschieden. Der Film zeigt, wie sich die Kriegführung verselbständigt, Fronten verschwimmen und schließlich die gesamte Gesellschaft ergreift. Deprimierend. Als Film: Hervorragend.

Wettbewerb
Großbritannien 2014
R.: Yann Demange 
D.: Jack O'Connell, Sean Harris,Richard Dormer,Paul Anderson


https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20140777.pdf 


Fr. 7.2. "Ya Gan Bi Haeng"

Ein koreanischer Film mit einem nicht üblichen Thema: Homosexualität und Homophobie.  Ein Film, der Mut  beweist und einerseits unverstellt gesellschaftliche Mauern andererseits aber auch den Familien-Alltag zeigt - oder besser das was davon übrig geblieben ist. Zumindest hier erscheinen die koreanischen Verhältnisse vergleichbar. Dier Schulalltag, die autoritären Erziehungsnormen, die Intoleranz gegenüber Minderheiten - das alles erscheint sehr fern. Schauspielerisch überzeugend, zu lang und (vielleicht unvermeidlicherweise) szenenweise kitschig. Annehmbar.

Panorama
Republik Korea 2014, 144 Min
R.: LeeSong Hee-il
D.:Jae-joon
Kwak Si-yang

https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20148178.pdf

Fr, 7.2. "Que ta joie demeure"   

Aus einem Kofferradio ertönt Bachs  "Que ma joie demeure" oder wie es deutsch heißt "Jesus bleibet meine Freude". Der Filmtitel wendet dies in "Que ta joie demeure" - aber von Freude keine Spur. Denn es geht um Menschen, die die Hälfte ihres Lebens mit einer Maschine verbringen. Diesen Maschinen widmet sich der Film ausgiebig mit interessanten Aufnahmen und einem herausragenden Ton. Dass es in Kanada noch so viele alte Maschinen gibt, man könnte sich wundern, aber das Spielt weniger eine Rolle. In diesem Film, der mit Schauspieler arbeitet und doch auch dokumentarische Züge trägt, wird durchaus nachhaltig  die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt. Denis Côté - wie sich nach dem Film herausstellt ein recht unterhaltsamer Regisseur - betont, er mache keine sozialkritischen Filme. Kann man so stehen lassen. Sehenswert.

Forum
Kanada 2014, 70 Min, Französisch 
R.:Denis Côté  
D.:Guillaume Tremblay, Emilie Sigouin, Hamidou Savadogo,Ted Pluviose, Cassandre Emmanuel 

https://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20147813.pdf

Do, 6.2.  Zu Beginn: Berlinale Frust-App und mehr

Auf ein Neues. Nunmehr zum 25. Mal zur Berlinale. Die Filme sind ausgesucht, die ersten Karten wurden ergattert. Musste in diesem Jahr nicht selbst anstehen, zum Glück, denn im International war die komplette Desorganisation angesagt. Als ob alle sehnsüchtig darauf warten, endlich wieder einmal zu erleben, wie etwas nicht funktioniert. Dafür gibt es eine Preiserhöhung. Schmerzlich, aber noch bleibt die Berlinale alles in allem ein publikumsfreundliches Ereignis.

Inzwischen gibt es auch eine Berlinale App. Die ist ganz hübsch, aber leider ziemlich unbrauchbar. Zum Beispiel fehlen die Bestellnummern, so dass man damit keine Karten kaufen kann (ohne die hinter einem stehenden nicht zusätzlich warten zu lassen). Nein stimmt nicht ganz, man findet sie versteckt indem man einen Link zu Webseite anklickt. Aber das konnte man auch vorher. Deshalb kann man kann auch den eigenen Account nicht nutzen usw. Also wird die App wieder gelöscht und auf Wiedervorlage gesetzt. Da bei der Berlinale Innovationen immer etwas länger dauern, schauen wir - sagen wir mal 2017 - wieder hinein.
Ansonsten Vorfreude auf die Filme, das Programm klingt vielversprechend. Es werden die Filme weniger berücksichtigt, die bereits in den Kinos vorangekündigt sind, interessant ist vor allem, was man sonst nicht so sieht. Besonders gespannt, wieder den Zoo-Palast zu genießen. 

Alles auf Start. Und das gehört ja auch dazu. Der Tagesspiegel sinniert, ob Berlin eingeklemmt zwischen "Toronto" und "Cannes" überhaupt bestehen kann. Wie jedes Jahr. Na dann kann es ja losgehen.

Sonntag, 10. November 2013

Gysi war auch dabei

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gründet einen Gesprächskreis Kultur 


Er kann ja nicht überall sein. Gregor Gysi war natürlich nicht bei dieser Veranstaltung mit dem Titel "Eröffnung des Gesprächskreises Kultur der Rosa-Luxemburg-Stiftung", mit der ein Versuch gemacht werden sollte, dem Thema einen höheren Stellenwert in der Partei "Die Linke" zu verschaffen. Aber seine Äußerung war präsent: Die Kultur gehöre nicht zum Markenkern der Linken. Und zwar solange die soziale Frage nicht geklärt sei. Stirnrunzeln und Zweifel bei den Jüngerinnen und Jüngern. Wie hat er das gemeint? Hat er das gemeint, was er gesagt hat? Haben wir es nicht verstanden? Wollte er ein Zeichen geben? Ehrlich gesagt, das hätten viele andere in jeder anderen Partei auch sagen können. Kultur spielt in allen Parteien in der Regel eher eine Nebenrolle. 

Doch um was sollte es der Linkspartei gehen? Nach Meinung des Musikproduzenten Dieter Dehm vor allem um Großveranstaltungen, auf der die Kultur breit vertreten ist - wie sie die Unità in Italien oder die Humanité in Frankreich mit hunderttausenden Besuchern auf die Beine bringen. Ach ja und die "UZ" der DKP preist Dehm als gutes Beispiel (Originalton DKP-Webseite: "Erfolgreiches Fest führte zu guter Stimmung"). Und die SPD, die soviel Geld habe, dass sie Peter Maffay vor dem Brandenburger Tor singen lassen kann. Ok, es war nicht Peter Maffay, sondern Roland Kaiser und ob sich die SPD das in den nächsten 150 Jahren noch einmal wird leisten können, muss man sehen.

Aber eigentlich ging es ja um mehr, um die Frage: Was ist und was bedeutet eigentlich Kultur für eine linke Partei? Hierzu gab es zwei sehr unterschiedliche Teilveranstaltungen: Am ersten Tag wurde präsentiert, was sie sich unter Kultur vorstellt: möglichst viel und wenig zueinander Passendes und was inhaltlich mit dem Fazit beschrieben werden kann: Künstlerinnen und Künstler sind arm und man muss sich gegen den Kulturabbau wehren. Soweit, so richtig. Aber auch zu kurz gegriffen.

Der zweite Tag - von den Kulturleuten bestimmt - kam dann der Sache näher. Dietrich Mühlberg - sozusagen die personifizierte Kulturwissenschaft - führte zunächst ein in den Kulturbegriff der Linken und begann mit in dessen historischen Entwicklung: vom Aufschauen der jungen Sozialdemokratie zur bürgerlichen Klasse zur Forderung "Kunst dem Volke", vom kulturellen Antrieb für die soziale Frage über die Spaltung der Sozialdemokratie hin zu den Anläufen und zum Scheitern einer Kulturrevolution in der Sowjetunion.

Dietrich Mühlberg warnte in der Bewertung der aktuellen Diskussion davor, Kultur und Kunst gleichzusetzen und beschrieb gleichzeitig eine widersprüchliche Entwicklung. Auf der einen Seite sind es nur etwas über ein Drittel der Bevölkerung, die sich mit Kunst im herkömmlichen Verständnis auseinandersetzten, gerade 3-5% seien im engeren Sinne kulturell unterwegs. Dahingegen kommt die Hälfte der Bevölkerung mit der "Kunst" gar nicht in Berührung. Auf der anderen Seite steige die Zahl derjenigen rasant, die kulturbezogene Berufe ergreifen - nämlich um 4%, das heißt 50.000 Menschen zusätzlich in jedem Jahr. Die Frage wäre zu stellen, ob hier ein neues Proletariat entstehe und damit eine Zielgruppe linker Politik. Im weiteren Verlauf nahm dann Alexandra Manske diese Diskussion auf und setzte sich kritisch mit der These auseinander ob Künstlerinnen und Künstler zur "idealtypischen Sozialfigur im flexiblen Kapitalismus" würden (und damit der Durchsetzung neoliberaler Kapitalstrategien Vorschub leisteten) und stellte Beispiele vor ("Koalition der freien Szene" und "Haben und Brauchen"), die diese These in Frage stellen. Kunstschaffende als Vorboten der Gentrifizierung sind immer wieder Gegenstand von Debatten der Stadtentwicklung, hier ging es aber um die Arbeitsorganisation. Deutlich scheint aber, dass die Bedeutung von Kultur und Kulturproduktion für viele Bereiche der Gesellschaft zunimmt. 

Ein weiteres Thema war die Frage, ob sich Linke mit der Massenkultur auseinandersetzen sollte, die in der Vergangenheit immer wieder von links als manipulativ und damit als schädlich angesehen wurde. Ja meint Kaspar Maase, der seit langem über dieses Thema arbeitet. Es gehe um "mehr und qualitativ bessere populäre Kultur". Schließlich würden die Menschen im Schnitt täglich mehrere Stunden vor dem TV sitzen und man können heute schon eine erhebliche Zunahme von Qualität gegenüber früherer Produktion erkennen. Über Beeinflussung müsse man indes im Bereich der Informationsmedien reden, denn hier erscheine das Mitgeteilte quasi 1 : 1 als die Wirklichkeit. 

Die Veranstaltung war als Einstieg in eine längerfristige Beschäftigung gedacht. Wenn das Projekt Erfolg hat, dann könnte auch Gregor Gysi erkennen, dass Kultur und soziale Wirklichkeit sich ganz nett im Markenkern treffen könnten.


Sonntag, 3. November 2013

Kennen Sie Frau Zieseke?


Großes Fest im Kesselhaus der Uferstudios zur Verabschiedung von Christiane Zieseke am 23. Oktober. Hier einige (unvollständige) fotografische Eindrücke von einem äußerst gelungenen Abend.


Zum Einstieg das international zusammengesetzte Quartett "Very Merry Maries".

Improvisation mit Saxophon auf der Empore:Uli Kempendorff und Ignaz Schick

Die Gäste lauschen der Ton-Collage "Kennen Sie Frau Zieseke?" von Ekkehard Ehlers und Barbara Gstaltmayr.

Kulturstaatssekretär Andé Schmitz bei seiner Rede vor interessantem Bühnenhintergrund.
"Elekronisches Glück" mit Klaus Schöpp und Marc Lingk (nicht zu sehen an der Elektronik)

Was sol ich denn hiermit?
Also gut ...
... dann muss ich wohl doch ein paar Worte sagen.


Das Gemeinschaftsgeschenk aus der Druckwerkstatt des Kulturwerks des bbk: Christiane Zieseke mit Moderator Martin Clausen.
Shermin Langhoff mit Stéphane Bauer

Dr. Konrad Schmidt -Werthern, Abteilungsleiter Kultur, mit Sabine Weissler, Kulturstadträtin in Mitte

Simone Willeit (Tanzbüro) und Wibke Behrens (nGbK)

Ingo Weber und seine alte Mitarbeiterin


Gastgeberin Barbara Friedrich umgarnt von einem bildenden Künstler

Kolleginnen Margarete Haaf-Sonntag und Karin Hofmann mit Begleitung

Claudia Reimann, Personalchefin der Kulturverwaltung, mit André Schmitz

... und ein Walzer zum Finale des offiziellen Programms.





Donnerstag, 19. September 2013

Lappland 2013

Es war unsere zehnte Wanderung durch Lappland. Diesmal begannen wir in Kilpisjärvi, also im finnischen Teil Lapplands und unternahmen von dort aus zunächst eines Zwei-Tages-Tour zur Hütte am Saarijärvi.

Zu unserer eigentlichen Wanderung ging es über Treriksrösa - dort wo sich Finnland, Schweden und Norwegen treffen - zur Gåldahütte auf der norwegischen Seite. Am zweiten Tag wanderten wird zur Gappohütte, die abseits des Nordkalottleden von wenigen Wanderern angelaufen wird, aber bezaubernd auf einem Plateau liegt.

Ein biestiges Wetter machte uns am nächsten Tag zu schaffen, als wir durch das sehr schöne Isdalen zu Rostahytte über z. T. schwieriges Gelände mussten (steinig, Waatstellen und alles, was man so braucht).

Von der Rosthütte ging es in Richtung nach Pältsa, eine schöne schwedische Hütte mit einem sehr freundlichen Hüttenwart.



Die Hütte am Saarijärvi
Der Saarijärvi im finnischen Lappland





Blick in der Nähe der Gåldahytte

An der Gappohütte
Regenbogen an der Gappohütte

Bei schwierigem Wetter durch das Isdalen auf dem Weg von zur Rostahütte



Hängebrücke bei Rosta auf dem Nordkalottleden





Auf dem Nordkalotleden in Pältsa (Schweden) spät am Abend

Falsche Richtung (Kilpisjärvi - Finnland)

Donnerstag, 16. Mai 2013

Berlin

Berlin, historische Mitte.

Freitag, 29. März 2013

IBA Hamburg



   

Die IBA Hamburg - erste Eindrücke 

Unter schwierigen Bedingungen hat die Internationale Bauausstellung Hamburg ihr Präsentationsjahr eröffnet. Ununterbrochene Minusgrade in den letzten Wochen hatten letzte Außenarbeiten praktisch unmöglich gemacht. Zudem waren viele Projekte ohnehin nicht fertig – was keine Hamburger Spezialität ist, sondern in gewissem Umfang zu einer IBA dazu gehört. IBA war schon immer auch ein wenig „work in progress“.

Begonnen hatte das Hamburger IBA-Wochenende mit einem Kongress „IBA meets IBA“, wo sich ein Fachpublikum (wie auch einige Bürger aus Wilhelmsburg) an einer Bewertung der IBA versuchte, soweit das gegenwärtig überhaupt schon möglich ist: Eine Beurteilung der urbanen Qualitäten zum Beispiel kann sicher erst geleistet werden, wenn die Arbeiten abschlossen sind und der Raum von den Menschen in Besitz genommen wird.

Der Sprung über die Elbe

Mit etwas Vorstellungskraft allerdings  kann bereits jetzt gesagt werden, dass das Hauptziel, der „Sprung über die Elbe“ gelungen ist. Der lang gehegte Wunsch, diesen Teil Hamburgs, der immerhin 5 % der gesamten Stadtfläche ausmacht, in das Bewusstsein der Stadt zu heben, scheint durch die IBA – aber auch durch die Verdrängungsprozesse in den innerstädtischen Quartieren – eine erhebliche Schubkraft zu bekommen.

Auch wenn sich Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter zurückhaltend gibt und eher den Beginn einer langsam zunehmenden Entwicklung sieht – selbst an diesem sehr frostigen Märzwochenende ließen es sich tausende von Hamburgern nicht nehmen, zumindest einen Blick über die Elbe zu riskieren.

Durch die IBA flossen und fließen erhebliche Investitionen nach Wilhelmsburg: Geschäftsführer Uli Hellweg spricht von 700 Mio. € privater und 300 € Mio. öffentlicher Investitionsmittel, die bisher durch die IBA mobilisiert wurden. Die öffentlichen Investitionen haben vor allem der Infrastruktur gegolten: Bildungs- und andere Stadtteilbezogene Einrichtungen, öffentliche Räume und Wegebeziehungen, ein Schwimmbad, große Investitionen wie zum Beispiel in den „Energieberg“, den „Energiebunker“ und nicht zuletzt in den Neubau der Stadtentwicklungsbehörde, was nicht zuletzt dazu führt, dass zukünftig rd. 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Behörde täglich nach Wilhelmsburg kommen.


Was ist eigentlich eine Metrozone?

Die IBA Hamburg hat sich mit drei Themenfeldern beschäftigt, die in ihrer Gesamtheit einen erheblichen Ausschnitt der Fragestellungen heutiger Stadtentwicklungspolitik darstellen, diese (zum Teil gewöhnungsbedürftigen) Überschriften tragen: „Kosmopolis“, „Metrozonen“ und „Stadt im Klimawandel“. Gerade dieses Thema bot ein Feld für Innovationen und Lösungsansätze. Herausgekommen sind viele Pilotprojekte, wie zum Beispiel ein Wohngebäude mit einer Algenzucht, durch die Energie erzeugt und Haustechnik gesteuert werden soll – ob das der Renner wird? Wie auch immer, allein dass die IBA sehr viel Raum für Experimentelles, für Forschung und Entwicklung bot, verdient Anerkennung.



"Hybrid Houses"

Schwieriger ist der Erfolg der „Metrozonen“ zu bewerten. Hier geht es um die Urbanisierung innerer Peripherien – nicht zuletzt also darum, ob in Wilhelmburg, aber auch in Harburg ein lebenswertes Stück Stadt entsteht. 


Beginnen wir mir dem baulichen Herzstück der IBA der „Bauausstellung in der Bauausstellung“ unmittelbar am S-Bahnhof Wilhelmsburg. Das ganze mutet jenseits der mächtigen Kulisse des neuen Gebäudes der Stadtentwicklungsbehörde (Titelfoto) an wie ein Hansaviertel im Kleinformat . 



In Holz: Das "Wälderhaus"
Hier stehen unterschiedliche – meist Wohn- Gebäude nebeneinander, die die Zukunft des Bauens thematisieren sollen. Da gibt es „Smart Material Houses“, die mit besonderen „intelligenten“ Komponenten arbeiten; es gibt „Smart Price Houses“ – also Wohngebäude, die besonders Kostengünstig erstellt wurden (was bei Mieten um die 12 €/am allerdings eher fragwürdig erscheint); es gibt „Hybrid Houses“, das soll heißen: „Häuser, die sich den Wünschen der Nutzer anpassen“ (zum Beispiel zum Wohnen und Arbeiten, oder „Study Case Hauses“, was bedeuten soll, dass hier „Fallstudien“ für bestimmte Fragestellungen erarbeitet wurden (z.B. ob Holz im Geschossbau einen sinnvollen Einsatz finden kann). Und dann ist das noch ein Haus für Bastelfreunde, - natürlich heißt das wieder „Smart Price Houses“, wo man seinen Ausbau selbst betreibt. 

Der Energiebunker - 
vom Schandfleck zur Attraktion
Das Konzept der Metrozone ist vor allem in Wilhelmsburg Mitte gelungen, wo es allerdings auch bisher schon vorstädtisch urban war. Hier gibt es eine Reihe schöner Projekte - hervorzuheben ist der Energiebunker, ein Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der nun aufgehübscht für Energie sorgt und außerdem ein Café mit Weitblick auf dem Dach hat. Es ist erheblich in Bildungsprojekte investiert worden und auch die Umbauten bestehender Wohngebäude sind vielleicht ästhetisch nicht der Renner, aber wohl im Interesse der Mieterinnen und Mieter.


Anbauten: Schön? Praktisch!
Abgesehen von der Begrifflichkeit (als die Metrozone erdacht wurde, war ja alles "Metro" bis hin zum Sex!) ist die damit verbundene Urbanisierung nur zum Teil gelungen. 

Am meisten ist das m. E. übrigens dort gelungen, wo gar keine Gebäude stehen - auf dem Energieberg mit einem starken Blick über die ganze Stadt. Wenn es auch noch gelingt, dorthin einen nutzbaren Anschluss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu schaffen, dann kann der Berg nur zu einem Erfolg werden.





Gelungenes und Misslungenes

Dezentes Wohnen in Schlossnähe
Es müssen auch misslungene Projekte vermerkt werden.
Ganz besonders gilt dies für das Projekt Quartier am Park auf der Harburger Schlossinsel. Hier ensteht eine "Gated community" - proudly presented by IBA Hamburg: Mit einem eigenen Park, einem Ufer was teilweise nicht begehbar ist, weil bebaut, mit einem privaten Kindergarten - und eigentlich ohne Auto kaum erreichbar. Das ganze als "gemischte Stadt" zu verkaufen, ist dann noch eins drauf gesetzt, in Wirklichkeit ist es organisierte Entmischung.


Eine IBA muss sich auf Experimente einlassen, insofern ist auch jede Kritik an einzelnen Projekten gleichzeitig eine Bestätigung dafür, dass hier das Instrument IBA sinnvollerweise eingesetzt wurde. Wenn es jetzt auch noch gelingt, dass der Hamburger Stadtplan Wilhelmsburg immer gleich auf der Vorderseite präsentiert - dann ist der "Sprung über die Elbe gelungen.

Hinweis: Wenn man nicht bis zu 1 Stunde auf den IBA-Bus warten will, ist das Fahrrad die beste Möglichkeit, das neue Wilhelmsburg zu erkunden.


Sonntag, 17. März 2013

Uckermark


Kein Frühling in Sicht.